„Du sollst dich nie vor einem lebenden Menschen bücken!“

Dieses Motto von Willi Bleicher drückt aus, wofür er stand: Der Stuttgarter Willi Bleicher war während des Faschismus für seinen aktiven Widerstand u.a. im KZ Buchenwald inhaftiert. Er war dort an der Rettung eines kleinen polnischen Jungen beteiligt (aufgegriffen im Roman des DDR-Autors Bruno Apitz „Nackt unter Wölfen“). Nach der Befreiung von Faschismus und Krieg – heute vor 70 Jahren – war Willi Bleicher einer der bedeutendsten und offensivsten Gewerkschafter Baden-Württembergs. Er führte als Bezirksleiter der IG Metall zwei große Streikaktionen (1963 und 1971) trotz massenhafter Aussperrungen durch die Unternehmer zum Erfolg.

Personenbündnis fordert Umbenennung des ehemaligen Hindenburgbaus in Willi-Bleicher-Bau und Aufnahme Willi Bleichers in die Liste der Stuttgarter Ehrenbürger.

Im Offenen Brief des Bündnisses an OB Kuhn, den Gemeinderat und die LBBW steht, es wäre „in Stuttgart an der Zeit, ein Zeichen gegen Krieg und Faschismus zu setzen“.

Waffenexporte und Kriege gehen auch von Stuttgart aus, z.B. von AFRICOM und EUCOM. Die dadurch ausgelösten Flüchtlingsströme werden von rechten Kräften dazu benutzt, die Menschen in unserem Land zu spalten. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nehmen zu, auch in Stuttgart. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust und Armut sowie der Mangel an gelebter Solidarität und Kampferfolgen schaffen dafür den Nährboden.

Beispiel und Ansporn für heute

Willi Bleicher steht für das, was wir heute in Stuttgart am dringendsten brauchen: gelebten Antifaschismus, konsequenten Antimilitarismus und eine selbstbewusste Vertretung der Interessen der arbeitenden Menschen. Nicht um Willi Bleicher (ein Mensch mit Ecken und Kanten) zu verklären, sondern um uns im positiven Sinne ein Beispiel an ihm, an seinem Mut, an seiner Gerad-linigkeit und Unbeugsamkeit zu nehmen, unterstützen wir, die DKP Stuttgart, diese Initiative. Wo bisher der deutsche Militarismus (z.B. mit dem „Hindenburgbau“) geehrt wurde, müssen heute, im 70. Jahr der Befreiung von Faschismus und Krieg, die VertreterInnen des anderen Stuttgarts gewürdigt werden.

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